So hat sich der Druck im Laufe der Zeit verändert

So hat sich der Druck im Laufe der Zeit verändert 

Flugblätter, Zeitungen und Bücher werden schon seit vielen Jahrhunderten gedruckt. Dabei haben sich die Druckverfahren und Drucktechniken im Laufe der Zeit jedoch massiv verändert.

Was als mühevolle und aufwändige Handarbeit begann, wird heute weitestgehend von Maschinen und Computern erledigt. Einige Berufe der Druckbranche sind in diesem Zuge ausgestorben, andere neu entstanden.  

Zudem gibt es zwei Erfindungen, die die Druckbranche über viele hundert Jahre maßgeblich geprägt und bestimmt haben.

Um welche Erfindungen es sich dabei handelt und wie sich der Druck im Laufe der Zeit verändert hat, wird im Folgenden beschrieben:  

 

Gutenberg und Mergenthaler

Mitte des 15. Jahrhunderts präsentierte ein Mann namens Johannes Gensfleisch von Sorgenloch eine Erfindung, die den Buch- und Zeitungsdruck bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägen sollte. Den meisten dürfte der Mann besser als Johannes Gutenberg bekannt sein und bei seiner Erfindung handelt es sich um den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern. Bewegliche Lettern zu verwenden, revolutionierte die bis dahin üblichen Methoden des Drucks und Gutenbergs Erfindung sollte sich innerhalb kurzer Zeit erst in Europa und anschließend in der ganzen Welt ausbreiten.

Aber Gutenberg gilt nicht nur als Erfinder des Metallletterndrucks, sondern leistete zahlreiche weitere Beträge zur Buchdruckerkunst. So erfand er beispielsweise auch die Druckerpresse und entwickelte ein Handgießinstrument, eine Legierung aus Zinn, Blei und Antimon sowie eine ölhaltige Tinte. Der vermutlich größte Verdienst liegt jedoch darin, dass es Gutenberg gelang, alle Komponenten so miteinander zu verbinden, dass ein effektiver Produktionsprozess entstand. Dieser machte es erstmals möglich, Bücher maschinell in Masse zu produzieren.

Gutenbergs Erfindung bildete bis Ende der 1970er-Jahre die Basis für den Buch- und Zeitungsdruck, erst dann setzte sich der Fotodruck durch. Ein weiterer Mann, der vor allem den Zeitungsdruck nachhaltig prägte, war der Schwabe Ottmar Mergenthaler. Gutenbergs Erfindung hatte den Buch- und Zeitungsdruck revolutioniert, blieb aber dennoch ein aufwändiges und schweißtreibendes Verfahren.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden Setzer, Drucker und Metteure jedoch in ihrer Arbeit zunehmend von Maschinen unterstützt. Eine dieser Maschinen, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als geniale Erfindung galt, war eine Setzmaschine, die Mergenthaler in Amerika konstruiert hatte. Ein amerikanischer Verleger gab der Setzmaschine den Namen Linotype und unter dieser Bezeichnung sollte sie nahezu alle Verlagshäuser weltweit erobern.   

 

Die Funktionsweise der Linotype

Die Linotype war eine große, wuchtige Maschine und die Arbeit des Setzers begann an einer Tastatur, die einer Schreibmaschine ähnelte. Hier tippte er das ihm vorliegende und zu druckende Skript ab und durch jeden Tastendruck löste sich eine Matrize aus dem Magazin in der Maschine, die die Form des jeweiligen Buchstabens oder Zeichens hatte.

Die Matrizen gelangten über Führungsbleche und ein Förderband zu einem sogenannten Sammler, wo sie sich erst zu Wörtern und anschließend zu Zeilen zusammensetzten. Von hier aus wurden die Zeilen automatisch zur nächsten Station, dem Elevator, geschickt. Im Elevator wurden die Matrizen mit flüssigem Blei ausgegossen und nach dem Erkalten zu einem Blech transportiert. Dieses als Schiff bezeichnete Blech war so breit wie eine Zeile und füllte sich nach und nach mit allen den Zeilen, aus denen der Text oder Artikel bestand.

Gleichzeitig sorgte ein Mechanismus dafür, dass ein Greifarm die Buchstabenvorlagen sortierte und bis zu ihrer Wiederverwendung in das ursprüngliche Magazin zurücklegte. In der Mettage wurden die einzelnen, hintereinander aufgereihten Zeilen teilweise zusammen mit Bildern so in einem Schließrahmen angeordnet, wie sie später gedruckt werden sollten. Die Arbeit der Linotype war damit erledigt und nun ging es mit der Prägepresse und der Rotationsmaschine weiter.

Die Prägepresse drückte das erhabene Schriftbild der vorgefertigten Seiten mit einem hydraulischen Druck von fast 200 Tonnen in eine biegsame Matrize. In der Stereotypie wurde diese dann in einen Gießautomaten eingespannt und mit Blei ausgegossen, wodurch eine halbrunde Bleiplatte mit erhabenen Buchstaben entstand. Diese Bleiplatte kam schließlich zusammen mit den übrigen Platten für das Druckerzeugnis zur Rotationsmaschine.

Hier wurden die Platten auf die Zylinder gespannt und von Farbwalzen mit Druckfarbe eingefärbt, um so durch die Rotierbewegung endlose Papierbahnen zu bedrucken. Zum Schluss wurden die bedruckten Seiten gefalzt und in das richtige Format geschnitten. 

 

Und heute?

Gutenbergs Erfindung hatte den Buch- und Zeitungsdruck revolutioniert und die maschinelle Massenproduktion überhaupt erst möglich gemacht. Mergenthalers Erfindung hatte vor allem den Zeitungsdruck deutlich vereinfacht.

Aber der Druck blieb ein aufwändiges Verfahren, das Druckern, Setzern und Metteuren ein hohes Maß an Können und Geschick abverlangte. Trotzdem wurden die bis dahin üblichen Druckverfahren erst Ende der 1970er-Jahre durch den Fotosatz abgelöst, in der ehemaligen DDR sogar meist erst in Zeiten der Wende.

In diesem Zuge sind auch Handwerksberufe wie beispielsweise der des Metteurs oder des Setzers, die einst zu den überaus angesehenen Handwerksberufen gehört hatten, ausgestorben. Gleichzeitig haben die modernen Entwicklungen aber auch neue Berufe hervorgebracht und eine weitaus vielseitigere und im wahrsten Sinne des Wortes buntere Medienlandschaft ermöglicht.

 

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