Erstellen von Druckvorlagen

Die wichtigsten Punkte beim Erstellen von Druckvorlagen  

In vielen Fällen werden die erstellten Druckvorlagen nicht selbst ausgedruckt, sondern an eine Druckerei übergeben, die den Druck ausführt. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Drucke in großer Stückzahl benötigt werden oder wenn es auf eine besonders hochwertige Druckqualität ankommt.

Um sicherzustellen, dass ein reibungsloser Ablauf in der Druckerei möglich ist und die Druckergebnisse später auch tatsächlich den eigenen Vorstellungen entsprechen, sollten einige Dinge beachtet werden.  

Hier die wichtigsten Punkte beim Erstellen von Druckvorlagen auf einen Blick: 

 

Der Anschnitt

Heutzutage erfolgt der Druck durch Maschinen und zu großen Anteilen automatisch. Dennoch gibt es gewisse Abweichungen, die im Toleranzbereich liegen und beim Erstellen der Druckvorlagen berücksichtigt werden müssen. Druckereien drucken die Drucksachen grundsätzlich auf großen Papierbögen und schneiden diese erst nach dem Druck auf das gewünschte Endformat zu.

Im Zuge dieses Zuschnitts kann es einerseits zu Abweichungen im Millimeterbereich kommen, andererseits können sich bei Bild- und Farbelementen, die an den Blatträndern verlaufen, minimale weiße Flecken ergeben. Um dies zu verhindern, sollten die Druckvorlagen immer einige Millimeter größer als das eigentlich gewünschte Endformat eingereicht werden.

Die Differenz zwischen der Größe des Druckvorlage und dem eigentlichen Endformat wird als Anschnitt bezeichnet. Wie groß der Anschnitt definiert werden muss, hängt von der jeweiligen Druckerei ab, üblicherweise bewegt sich der Anschnitt jedoch zwischen 1 und 4mm pro Seite.

Soll also beispielsweise Briefpapier im Format DIN A4 gedruckt werden und benötigt die Druckerei einen Anschnitt von 3mm, sollte die Druckvorlage 216 x 303mm groß sein, denn ein DIN A4 Blatt ist 210 x 297mm groß und pro Seite werden 3mm Anschnitt hinzugerechnet.  

 

Die Auflösung

Grundsätzlich hängt das Druckergebnis von der Druckvorlage ab und sofern diese qualitativ minderwertig ist, kann auch der Druck die Qualität nicht mehr verbessern.

Sehr wichtig ist daher, auf eine ausreichend gute Qualität zu achten und hier insbesondere die Auflösung zu berücksichtigen. Als Faustregel gilt, dass eine Druckvorlage für den Offsetdruck immer im Format 1:1 und mit einer Auflösung von mindestens 300 dpi angelegt werden sollte, wobei eine Auflösung von 405 dpi besser ist.

Ist es nicht möglich, die Druckvorlage im Format 1:1 zu erstellen, muss die Auflösung entsprechend höher sein, damit eine Auflösung von mindestens 300 dpi vorhanden ist, wenn die Vorlage in das gewünschte Format umgewandelt wird.

Soll beispielsweise Briefpapier im Format DIN A4 gedruckt werden, wird die Druckvorlage aber im Format DIN A5 erstellt, muss die Auflösung mindestens 424 dpi betragen, denn durch die Umwandlung der Druckvorlage in das Format DIN A4 reduziert sich die Auflösung wieder auf etwa 300 dpi.

Der Farbraum

Bilder und Fotos sind in aller Regel im sogenannten RGB-Farbraum angelegt, denn dieser Farbraum ist das Standardformat im digitalen Sektor. Fotos, die mit einer Digitalkamera aufgenommen werden, sind beispielsweise immer im RGB-Format angelegt, wobei RGB für Red, Green und Blue, also Rot, Grün und Blau steht.

Dies liegt daran, dass Monitore und Fernsehbildschirme mit dem additiven Farbsystem arbeiten. Beim Offsetdruck hingegen wird mit dem CYMK-Farbraum das subtraktive Farbsystem angewandt. Das Kürzel CMYK steht für Cyan, Magenta, Yellow und Black.

Zwischen den beiden Farbsystemen gibt es große Unterschiede. Während sich im additiven Farbraum aus den Farben Rot, Grün und Blau Weiß ergibt, entsteht im subtraktiven Farbraum aus Cyan, Magenta, Yellow und Black Schwarz. Außerdem ist der RBG-Farbraum sehr viel größer und es können deutlich mehr Farbtöne dargestellt werden als mit dem CYMK-Farbraum.

Mit dem RGB-Frabraum ist es möglich, knapp 16,8 Millionen Farbnuancen darzustellen, wobei in diesem Zusammenhang auch von True Color beim 24 Bit-System gesprochen wird. Das CMYK-Farbsystem hingegen kann nur einen Bruchteil dieser Farben darstellen. Aus diesem Grund sollte eine Druckvorlage immer in den CMYK. Farbraum konvertiert werden.

Andernfalls kann es passieren, dass die Druckergebnisse anders ausfallen als gedacht, beispielsweise wenn sie eine Farbe enthalten, die im CMYK-Farbraum nicht vorhanden ist und entsprechend auch nicht wie in der Druckvorlage dargestellt werden kann. 

  

Die Schriften

Mittlerweile gibt es unzählig viele verschiedene Schriftarten, die zudem teilweise unterschiedlich bezeichnet werden. Selbst Druckereien haben jedoch nicht alle Schriftarten samt sämtlichen Bezeichnungen installiert.

Wird nun eine Druckvorlage eingereicht, die Schriftarten enthält, die die Druckerei nicht kennt, wählt die Druckvorstufe vielfach automatisch eine ähnliche Schriftart. Obwohl die Schriftarten ähnlich sind, können sie aber dennoch deutliche Abweichungen enthalten und das Druckergebnis sieht nicht mehr so aus wie die Druckvorlage.

Um dies zu verhindern, ist es ratsam, alle Schriften in der Druckvorlage in Kurven umzuwandeln. Durch die Umwandlung wird die Schrift zu einer Vektorgrafik und enthält keine Informationen über die Schriftart mehr.

Da Vektorgrafiken jedoch aus Zeichenwegen bestehen, sind diese Informationen auch überflüssig und eine korrekte Darstellung der Schriften, die der Druckvorlage und damit auch den eignen Vorstellungen entspricht, ist sichergestellt.

 

Weiterführende Drucktechniken, Vorlagen und Anleitungen:

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