Sparbuch kündigen – Infos, Tipps und Vorlage

Sparbuch kündigen – Infos, Tipps und Vorlage

Das altbewährte Sparbuch ist ein echter Klassiker unter den Geldanlagen. Umfragen zufolge nutzt bis heute rund jeder vierte Deutsche ein Sparbuch, um sein Geld auf die hohe Kante zu legen. Allerdings fällt die Verzinsung auf dem Sparbuch schon seit einiger Zeit sehr mager aus. Viele Banken lassen das klassische Sparbuch außerdem allmählich auslaufen und bieten keine neuen Verträge mehr an.

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Sparbuch kündigen - Infos, Tipps und Vorlage

Der Wunsch nach einer anderen, etwas rentableren Geldanlage kann ein Grund dafür sein, über eine Kündigung nachzudenken. Genauso ist natürlich möglich, dass sich der Sparer einen größeren Teil oder gleich das ganze Guthaben auszahlen lassen will. Vielleicht ist beim Aufräumen auch ein altes Sparbuch aufgetaucht.

Nur: Wie wird ein Sparbuch eigentlich gekündigt? In diesem Ratgeber haben wir Infos und Tipps rund ums Auflösen des Sparbuchs zusammengestellt:

Die Vor- und Nachteile des Sparbuchs

Für alle, die ein Sparbuch haben, war früher der 30. Oktober ein wichtiges Datum. Denn am Weltspartag gab es ein Geschenk von der Bank, wenn die Ersparnisse aufs Sparbuch eingezahlt wurden. Inzwischen lohnt sich ein Sparbuch eigentlich nicht mehr. Denn für das Guthaben gibt es gar keine oder äußerst niedrige Zinsen.

Ein anderer Nachteil ist, dass der Sparer größere Beträge nicht einfach so abheben kann. Die Auszahlung ist nämlich meist auf 2.000 Euro pro Monat begrenzt. Möchte der Sparer mehr Geld auf einmal, muss er das Sparbuch kündigen und die Kündigungsfrist abwarten. Andernfalls zieht die Bank sogenannte Vorschusszinsen ab.

Allerdings gibt es auch gute Argumente für das Sparbuch. So handelt es sich dabei um eine sehr sichere Geldanlage. Kursschwankungen und andere Verluste, wie sie zum Beispiel bei Aktien oder Fonds drohen, gibt es beim Sparbuch nicht. Und durch die Einlagensicherung sind zumindest 100.000 Euro geschützt, falls es zur Insolvenz der Bank kommen sollte.

Hinzu kommt, dass das Sparbuch sehr simpel aufgebaut ist. Der Sparer braucht kein besonderes Finanzwissen, um die Geldanlage zu verstehen. Außerdem bleibt er flexibel. Ob und wann er wie viel Geld einzahlt, entscheidet er nämlich selbst.

Das Sparbuch kündigen

Um das Sparbuch aufzulösen und die Auszahlung des Guthabens zu veranlassen, muss der Sparer meistens in Schriftform kündigen. Schriftform bedeutet, dass die Kündigung schriftlich erfolgen und eigenhändig unterschrieben sein muss. Deshalb genügt eine Kündigung per E-Mail, Fax oder Telefon nicht. Denn dabei würde die Original-Unterschrift fehlen.

Viele Banken haben Vordrucke für eine Kündigung, die sich der Sparer online herunterladen kann oder in der Filiale bekommt. Das Schreiben kann er anschließend per Post einreichen oder wieder persönlich in der Filiale abgeben.

Nach Ablauf der Kündigungsfrist wird das Guthaben vom Sparbuch dann auf sein Girokonto umgebucht. Teilweise ist es aber auch möglich, sich das Guthaben bar auszahlen zu lassen.

Was die Auflösung vom Sparbuch angeht, haben die Banken unterschiedliche Regelungen. Der Sparer sollte deshalb in seinen Unterlagen nachschauen oder sich direkt bei seiner Bank erkundigen, was für sein Sparbuch gilt.

Einen Unterschied macht es zudem, ob es sich um ein altes oder ein neueres Sparbuch handelt. Neuere Sparbücher bestehen aus einer Karte, die der Girocard vom Girokonto ähnelt. Über Kontoauszüge kann der Sparer hier die Bewegungen auf seinem Sparbuch nachvollziehen.

Alte, klassische Sparbücher hingegen waren richtige, buchartige Hefte, in die Einzahlungen, Zinsgutschriften und Auszahlungen eingetragen wurden.

Hat der Sparer noch so ein altes Sparbuch, muss er für eine endgültige Auflösung meist in der Bankfiliale vorbeischauen. Dort wird das Buch durch einen entsprechenden Eintrag nämlich entwertet.

Die Angaben im Kündigungsschreiben

Gibt es ein Kündigungsformular von der Bank, sollte der Sparer darauf zurückgreifen. Ansonsten kann er selbst ein Kündigungsschreiben verfassen. Ein kurzes, formloses Schreiben genügt.

Für eine eindeutige Zuordnung sollte der Brief folgende Daten enthalten:

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  • Name und Anschrift des Sparers

  • Name und Anschrift der Bank oder der Filiale, die das Sparbuch führt

  • Datum

  • Bezeichnung und Nummer des Sparbuchs

  • Erklärung, dass der Sparer sein Sparbuch auflösen will; ein konkretes Datum muss er nicht angeben. Es reicht, wenn er die Kündigung zum nächstmöglichen Termin erklärt.

  • Bankverbindung für die Überweisung des Guthabens

Wichtig ist außerdem, die Kündigung handschriftlich zu unterschreiben.

Wie die Kündigung konkret aussehen kann, zeigt unsere Vorlage. Der Sparer sollte sich aber erkundigen, ob eine schriftliche Kündigung genügt oder ob er persönlich vorbeikommen muss, um das Sparbuch endgültig aufzulösen.

Sparer
Anschrift

Bank
Anschrift

Datum

Kündigung meines Sparbuchs (genaue Bezeichnung) Nr. _______________

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das oben genannte Sparbuch fristgerecht zum nächstmöglichen Termin.

Bitte überweisen Sie das Guthaben vom Sparbuch auf mein Girokonto bei der (Name der Bank), IBAN ____________________.

Lassen Sie mir den kommenden Tagen bitte eine Kündigungsbestätigung zukommen, in der Sie mir das Datum, zu dem das Sparbuch aufgelöst wird, mitteilen. Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Die Kündigungsfrist bei einer Kündigung des Sparbuchs

Beim Auflösen des Sparbuchs gilt eine Kündigungsfrist. Wie lang sie ausfällt, ist vertraglich vereinbart. Normalerweise beträgt sie aber drei Monate.

Sein Sparbuch kündigen, kann der Sparer jederzeit. Die Kündigungsfrist führt allerdings dazu, dass das Sparbuch dann noch drei Monate lang besteht. Und auch die Auszahlung des Guthabens erfolgt erst nach Ablauf der drei Monate, sofern das Guthaben die 2.000-Euro-Marke übersteigt.

Es besteht zwar die Möglichkeit, das Sparbuch schon vor Ablauf der Frist aufzulösen. Nur berechnet die Bank in diesem Fall Vorschusszinsen.

Die Vorschusszinsen bei einer vorzeitigen Auflösung des Sparbuchs

Normalerweise kann der Sparer jeden Monat über 2.000 Euro seines Guthabens verfügen. Möchte er sich einen höheren Betrag auszahlen lassen, muss er sein Sparbuch kündigen. Die 2.000 Euro pro Monat kann er aber schon im Verlauf der Kündigungsfrist abheben.

Will der Sparer die Kündigungsfrist nicht abwarten, kann er die Bank darum bitten, das Sparbuch vorzeitig aufzulösen. Die Bank behält dann Vorschusszinsen ein. Beim Vorschusszins handelt es sich um eine Gebühr, deren Höhe gesetzlich festgelegt ist.

Sie beläuft sich auf 25 Prozent der Zinsen, die der Sparer für sein Guthaben bekommen hätte, wenn das Sparbuch fristgerecht aufgelöst würde.

Insgesamt sind die Zinsen bei Sparbüchern schon seit längerem sehr niedrig. Bei diesem Zinsniveau sind auch die Vorschusszinsen überschaubar. Es kann deshalb durchaus eine Überlegung wert sein, das Sparbuch vorzeitig aufzulösen. Andersherum kann der Sparer die drei Monate aber natürlich auch abwarten und sein Sparbuch so gebührenfrei beenden.

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Fred Naue, 46 Jahre, Inhaber eines Druck- & Copyshops, Mike Sasse, 37 Jahre, Drucktechniker, Sami Orkac, 41 Jahre, Rechtsberater, Tina Kaminski, 49 Jahre, Geschäftsführerin Bereich Schreibwaren, sowie Ferya Gülcan, Betreiberin und Redakteurin dieser Seite, geben und schreiben hier Wissenswertes zu Bürotechnik, Fax, Kommunikation, Schreibwaren, Internet und mehr.

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