Vorlage und Infos zur Stundung

Die wichtigsten Infos zur Stundung

(+ Vorlage für Bitte um Stundung)

 

Letztlich kann jeder einmal in die Situation kommen, dass er eine anstehende Zahlung nicht leisten kann. In diesem Fall hat derjenige mehrere Möglichkeiten. So kann er zum einen versuchen, das Geld irgendwie zusammenzukratzen oder andere Rechnungen zunächst zurückzustellen, was ihn aber unterm Strich vermutlich immer wieder in die gleiche Situation bringen wird.

Zum anderen kann er abwarten und hoffen, dass er den finanziellen Engpass bald überwunden hat. Dadurch riskiert er aber nicht nur Mahnungen und Vollstreckungsmaßnahmen, sondern auch die Kosten wachsen immer weiter an. Eine weitere und oft sehr sinnvolle Lösung besteht darin, eine Stundung zu beantragen.

 

Aber was ist eine Stundung eigentlich genau
und welche Folgen ergeben sich daraus?:

 

Die wichtigsten Infos zur Stundung

Durch eine Stundung vereinbaren der Gläubiger und der Schuldner, die Fälligkeit einer Forderung zeitlich hinauszuschieben. Das bedeutet, der Gläubiger gewährt dem Schuldner einen Zahlungsaufschub, so dass die Zahlung nicht mehr zu dem Zeitpunkt, der ursprünglich vereinbart war oder sich aus dem Gesetz ergeben würde, fällig wird, sondern erst später.

Die Stundung als solches ist gesetzlich nicht geregelt, das Gesetz regelt allerdings ihre Folgen. Demnach gerät der Schuldner durch die Stundung nicht in Verzug. Er hat aber nach wie vor jederzeit und somit auch vor Ablauf des neu vereinbarten Zeitpunkts die Möglichkeit, die Zahlung zu leisten. Im Unterschied dazu kann der Gläubiger die Forderung nicht vorzeitig durchsetzen.

Gleichzeitig beginnt aber auch die Verjährung nicht, denn diese ist an den Zeitpunkt der Fälligkeit einer Forderung gebunden. Eine weitere Konsequenz kann außerdem sein, dass eine Stundungsvereinbarung so ausgelegt wird, als habe der Schuldner damit eine Schuld anerkannt.

Der Gläubiger und der Schuldner können den Zahlungsaufschub vereinbaren noch bevor die Forderung fällig wird, aber auch nachträglich, also wenn die Zahlung eigentlich schon fällig gewesen wäre. Zudem kann eine Stundung sowohl bei Vertragsabschluss als auch im Nachhinein vereinbart werden. Einigen sich der Gläubiger und der Schuldner nachträglich auf eine Stundung, handelt es sich dabei um eine Vertragsänderung.

Damit eine solche Vertragsänderung wirksam werden kann, muss sie den Anforderungen gerecht werden, die für den Vertrag gelten, auf den sie sich bezieht. Der Großteil aller Verträge ist nicht an bestimmte Formvorschriften gebunden. So müssen beispielsweise die meisten Kaufverträge nicht zwingend schriftlich geschlossen werden, sondern sind auch als mündliche Verträge rechtswirksam.

Daher würde es grundsätzlich ausreichen, wenn der Gläubiger und der Schuldner die Stundung ebenfalls nur mündlich vereinbaren. Allein schon aus Nachweisgründen ist die Schriftform jedoch sinnvoller. Handelt es sich aber um einen Vertrag, der wie beispielsweise Verträge im Zusammenhang mit Immobilien der Schriftform bedarf, wird auch eine Stundung nur wirksam, wenn sie schriftlich vereinbart ist. 

Meist einigen sich der Gläubiger und der Schuldner auf einen bestimmten Stundungszeitraum. Das bedeutet, der Gläubiger gewährt einen befristeten Zahlungsaufschub und die Zahlung wird spätestens nach Ablauf der Frist fällig. Die Stundung kann aber auch an eine sogenannte auflösende Bedingung geknüpft sein. In diesem Fall wird die Zahlung fällig, sobald der Schuldner über ausreichend Mittel verfügt.

Kommt der Schuldner beispielsweise unerwartet zu Geld, muss er die Zahlung also sofort leisten, auch wenn die Stundungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Umgangssprachlich wird übrigens mitunter auch dann von einer Stundung gesprochen, wenn der Schuldner und der Gläubiger anstelle einer sofortigen Einmalzahlung eine Zahlung in mehreren Raten vereinbaren.

 

Vorlage für Bitte um Stundung

Befindet sich ein Schuldner vorübergehend in Zahlungsschwierigkeiten, kann er sich mit einem Stundungsgesuch an den Gläubiger wenden. In seinem Schreiben sollte der Schuldner einerseits erklären, weshalb er die Zahlung derzeit nicht leisten kann. Andererseits sollte er aber auch glaubhaft machen können, dass er in der Lage sein wird, seine Schulden zu einem späteren Zeitpunkt zu bezahlen.

Als Orientierungshilfe dabei kann die folgende Vorlage dienen. Ist es eher unrealistisch, dass der Schuldner die Zahlung nach Ablauf der Frist leisten kann, macht eine Stundungsvereinbarung allerdings keinen Sinn. In diesem Fall ist es besser, von Anfang an mit offenen Karten zu spielen und den Gläubiger direkt über die Zahlungsunfähigkeit zu informieren.

 

Schuldner

Anschrift

 

Gläubiger

Anschrift

 

Ort, den Datum

 

Bitte um Stundung der fälligen [Bezeichnung der Forderung]

Aktenzeichen / Rechnungsnummer / Steuernummer / Kundennummer

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider ist es mir derzeit nicht möglich, die oben genannte Forderung über …… Euro, fällig am ………., zu begleichen.

 

Ich beziehe derzeit ein Einkommen / Sozialleistungen / Krankengeld in Höhe von ….. Euro monatlich. Von diesem Einkommen muss ich sämtliche Lebenshaltungskosten und anfallenden Ausgaben bestreiten. Ich bin zwar stets darum bemüht, allen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Insbesondere wenn unerwartete Ausgaben notwendig werden, ist mir dies angesichts des geringen Einkommens jedoch mitunter schlichtweg unmöglich.

 

Ich möchte Sie daher bitten, Ihre Forderung mir gegenüber für die Dauer von …… Monaten zins- und kostenfrei zu stunden. Durch den Zahlungsaufschub hätte ich die Möglichkeit, den fälligen Betrag entsprechend einzukalkulieren.

Sollte es mir vor Ablauf der Frist möglich sein, die Zahlung zu leisten, werde ich dies selbstverständlich tun. Ich versichere Ihnen jedoch in jedem Fall den pünktlichen Geldeingang zum ……………….

Für Ihr Verständnis bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift

 

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