Vorteile und Nachteile einer Bürogemeinschaft

Die Vorteile und Nachteile einer Bürogemeinschaft 

Von einer Bürogemeinschaft wird gesprochen, wenn sich mindestens zwei Personen Räumlichkeiten teilen. Die Personen gehören dabei aber nicht zu einem Unternehmen, sondern arbeiten jeweils beruflich eigenständig.

Möglich sind Bürogemeinschaften zwischen gleichen, artverwandten oder sich gegenseitig ergänzenden Berufsgruppen. So können beispielsweise zwei Anwälte eine gemeinsame Kanzlei beziehen oder zwei Ärzte können sich eine Gemeinschaftspraxis teilen. 

Genauso ist möglich, dass ein Anwalt, ein Notar und ein Steuerberater eine Bürogemeinschaft bilden, ein Grafikdesigner und ein Texter ein gemeinsames Büro beziehen oder sich ein Architekt und ein Statiker gemeinsame Räumlichkeiten teilen. Grundsätzlich wäre natürlich auch denkbar, dass sich zwei oder mehrere Personen aus völlig unterschiedlichen Bereichen zusammenschließen.

In der Praxis macht dies aber oft keinen Sinn, denn wenn sich beispielsweise ein Anwalt und eine Kosmetikerin gemeinsame Räumlichkeiten teilen, würde dies doch einen eher fragwürdigen Eindruck hinterlassen. Bürogemeinschaften sind insbesondere unter Einzelunternehmern, Freiberuflern und Existenzgründern beliebt.

 

Nun stellt sich aber die Frage, worin die Vor- und Nachteile einer Bürogemeinschaft liegen und worauf es bei der Wahl der Beteiligten und der Umsetzung zu achten gilt:  

 

Die Vorteile einer Bürogemeinschaft

Eine Bürogemeinschaft kann durchaus einige Pluspunkte mit sich bringen, von denen alle Beteiligten profitieren.

Zu den wichtigsten Vorteilen einer Bürogemeinschaft gehören folgende:

 

 

Die Kostenteilung

Einer der häufigsten und wichtigsten Gründe, weshalb sich Personen für eine Bürogemeinschaft entscheiden, und zugleich einer der entscheidenden Vorteile sind die niedrigeren Kosten. In einer Bürogemeinschaft teilen sich die Beteiligten nicht nur die Räumlichkeiten, sondern häufig wird auch die technische Ausstattung, beispielsweise der Kopierer oder das Faxgerät, gemeinschaftlich genutzt.

Zudem gibt es in vielen Bürogemeinschaften eine gemeinsame Empfangstheke, die mit einer oder mehreren Bürokräften besetzt ist. Diese sind meist ebenfalls für alle Beteiligten tätig. Dadurch sind die Kosten für die Miete, die Nebenkosten, die Ausstattung der Räumlichkeiten und gegebenenfalls für das Personal auf mehrere Schultern verteilt.

Gleichzeitig halbiert sich auch das Risiko, auf einem hohen Kostenberg für die Einrichtung des Büros sitzenzubleiben, falls das Geschäftsvorhaben scheitern sollte. Je nach Branche können die niedrigeren Kosten mitunter außerdem auch in der Preiskalkulation berücksichtigt werden, was sich wiederum positiv auf die Konkurrenzfähigkeit und damit letztlich auf die Auftragslage auswirken kann.    

 

Die Erweiterung von Kompetenzen

Vor allem wenn sich Personen aus gleichen oder sich ergänzenden Berufsgruppen zusammenschließen, ergibt sich die Möglichkeit für einen kreativen Austausch. Die Beteiligten können sich beraten, sich gegenseitig unterstützen und von den Kompetenzen und Erfahrungswerten des jeweils anderen profitieren.  

 

Der Aufbau von Netzwerken

Trotz Bürogemeinschaft arbeiten alle Beteiligten eigenständig. Das bedeutet, als Unternehmer haben jeweils ihre eigenen Kunden, knüpfen ihre eigenen Kontakte und bauen ihre eigenen Geschäftsbeziehungen und Netzwerke auf. Dennoch können die Beteiligten voneinander profitieren. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn in dem Gemeinschaftsbüro mehrere Bereiche abgedeckt sind.

Sucht ein Kunde beispielsweise ein Büro auf, in dem ein Grafikdesigner und ein Texter ansässig sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der gesamte Werbeauftrag in dem Gemeinschaftsbüro verbleibt. Gleiches gilt für einen Bauherren, der sich an ein Gemeinschaftsbüro von einem Architekten und einem Statiker wendet.  

 

Der soziale Aspekt

Nicht in jeder Branche sind häufige direkte Kundenkontakte üblich. Wer befürchtet, dass ihm früher oder später die Decke auf den Kopf fällt, wenn er den ganzen Tag einsam und alleine in seinem Büro verbringt, ist in einer Bürogemeinschaft vermutlich gut aufgehoben.

Zudem kann der Geschäftsfreund ein wichtiger und hilfreicher Ansprechpartner sein, wenn das Geschäft mal nicht so gut läuft oder es Probleme mit einem Kunden gab.  

 

Die Nachteile einer Bürogemeinschaft

Natürlich ist eine Bürogemeinschaft nicht nur mit Vorteilen verbunden, sondern kann auch Nachteile mit sich bringen. Hierzu gehört, dass es ähnlich wie in einer Wohngemeinschaft zu zwischenmenschlichen Differenzen kommen kann. Dabei müssen es aber gar nicht immer nur Streitigkeiten zwischen den Büropartnern selbst sein.

Genauso kann es passieren, dass ein Büropartner mit der gemeinsamen Bürokraft aneinandergerät oder ein Büropartner ein Problem mit einem Besucher oder Kunden des anderen Büropartners hat. Lassen sich die Spannungen und Differenzen nicht beheben, sind dauerhafte Konflikte und letztlich nicht selten das Scheitern der Bürogemeinschaft vorprogrammiert.

Ein weiterer Minuspunkt ist, dass in einer Bürogemeinschaft, wie in jeder anderen Gemeinschaft auch, Kompromisse eingegangen werden müssen. Die Beteiligten können dadurch nicht immer frei entscheiden, sondern müssen sich in sehr vielen Punkten mit ihren Büropartnern absprechen.   

 

Darauf gilt es im Zusammenhang mit einer Bürogemeinschaft zu achten

Wer eine Bürogemeinschaft bildet, schließt sich zu einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, kurz GbR, zusammen. Die Basis hierfür bildet ein Gesellschaftsvertrag, der grundsätzlich auch durch ein schlüssiges Verhalten und formlos geschlossen werden kann.

Unbedingt ratsam ist aber trotzdem, einen Vertrag aufzusetzen, der sämtliche, für eine harmonische Bürogemeinschaft relevanten Aspekte regelt. Hierzu gehören zum einen gesellschafts- und mietrechtliche Regelungen sowie Vereinbarungen zu den Rechten und Pflichten der Beteiligten.

Wichtig ist dabei auch, Regelungen zu treffen, falls einer der Büropartner die Bürogemeinschaft verlassen sollte. Zum anderen sollte der Vertrag Aspekte wie beispielsweise die Nutzung der Gemeinschafträume und der Geräte oder Fragen zu gemeinsamem Personal festlegen. Dadurch können Unstimmigkeiten, Missverständnisse und mögliche Konflikte schon im Vorfeld verhindert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Auswahl des oder der Büropartner.

Hier ist entscheidend, dass die sprichwörtliche Chemie stimmt, denn andernfalls macht es langfristig gesehen wenig Sinn, eine Bürogemeinschaft einzugehen.

 

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