Welches Papier fürs Büro?, 3. Teil

Welches Papier fürs Büro?, 3. Teil

Es ist mitunter gar nicht so einfach, das richtige Papier fürs Büro zu finden. Denn die Auswahl ist riesig. Allerdings eignet sich nicht jedes Papier für jeden Zweck. Hinzu kommt, dass im Zusammenhang mit Papier oft Fachbegriffe verwendet werden, die dem Laien nicht unbedingt geläufig sind.

Damit es künftig einfacher wird, sich einen Überblick zu verschaffen und die Begrifflichkeiten richtig einzuordnen, gehen wir in einem ausführlichen Ratgeber der Frage “Welches Papier fürs Büro?” nach.

Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, welche Punkte vor einem Kauf wichtig sind und was Begriffe wie Grammatur oder Opazität bedeuten. Im 2. Teil ging es um die verschiedenen Arten von Papier, die im Büro zum Einsatz kommen können.

Jetzt, im 3. und letzten Teil, kümmern wir uns um die Papierformate und die Kennzeichnungen auf Papier:

 

Die Papierformate und ihre Anwendungszwecke

Die Standardgrößen für Papier ergeben sich aus der DIN 476. Diese Norm wurde erstmals im Jahr 1922 verbreitet und ist bis heute gültig. Das internationale Pendant ist die EN ISO 216. Durch diese beiden Normen sind die Papierformate fast überall auf der Welt gleich.

Die Standards teilen die Papierformate in die vier Klassen A bis D ein. Dabei ist die D-Klasse das kleinste Format. Danach kommen die A- und die C-Klasse. Die B-Klasse schließlich ist das größte Papierformat. Jede der vier Klassen ist dann noch einmal in elf Unterklassen gegliedert. Sie werden mit den Zahlen 0 bis 10 gekennzeichnet. Es heißt also zum Beispiels A2, B4, C5 oder D8.

[Grafik Papierformate]

Papierformate

Das Besondere an den Papierformaten ist, dass sie sich jeweils um die Hälfte verkleinern. Wird ein Papierbogen im Format A0 an der Längsseite entlang einmal in der Mitte zusammengefaltet, ergibt sich das Format A1.

Wird dieses Papier nun wieder längs zusammengeklappt, kommt das Format A2 heraus. Auf diese Weise halbiert sich die Papiergröße fortlaufend, bis das 10-Format der jeweiligen Größenklasse erreicht ist.

Bei alltäglichen und typischen Anwendungen im Büro wird in erster Linie mit Papieren aus der A-Klasse gearbeitet.

Welche Einssatzzwecke dabei üblich sind, haben wir in der folgenden Tabelle aufgelistet:

 

Format Größe in mm Bezeichnung Verwendung
A0 841 x 1189 Vierfachbogen CAD-Ausdrucke, technische Zeichnungen
A1 594 x 841 Doppelbogen CAD-Ausdrucke, technische Zeichnungen, Plakate
A2 420 x 594 Bogen Poster, Aushänge
A3 297 x 420 Halbbogen Zeitungen
A4 210 x 297 Viertelbogen Standardgröße für Kopierpapier, Schreibblöcke, Kataloge usw.
A5 148 x 210 Achtelbogen oder Blatt Broschüren, Handzettel, Notizblöcke, Taschenkalender
A6 105 x 148 Halbblatt Postkarten

 

Die verschiedenen Papiersiegel

Papier gibt es nicht nur in verschiedenen Größen und Farben. Stattdessen gibt es auch mit Blick auf die Herstellung Unterschiede. An dieser Stelle kommen verschiedene Papiersiegel und Kennzeichnungen ins Spiel.

Die wichtigsten davon sind folgende:

  • Der Blaue Engel ist ein Zeichen, das für besonders umweltfreundliche Produkte steht. Recyclingpapier, das komplett aus Altpapier gefertigt wurde und deshalb schadstoffarm ist, wird beispielsweise mit diesem Siegel gekennzeichnet.
  • Vor allem in der geschäftlichen Korrespondenz wird viel Wert auf weißes Papier gelegt. Damit ein reinweißes Papier entsteht, muss der Faserstoff aber gebleicht werden. Früher erfolgte das mit Chlor, oder genauer Elementarchlor. Allerdings war dadurch das Abwasser enorm belastet. Aus diesem Grund wird bei modernen Verfahren mit Chlordioxid gebleicht. Die Zellstoffe, die so behandelt wurden, nennen sich ECF-Zellstoffe. Steht auf der Papierverpackung irgendwo das Kürzel ECF, heißt das, dass die Fertigung „Elementarchlor frei“ erfolgte.
  • Noch einen Schritt weiter als ECF geht TCF. Diese Abkürzung steht für „totally chlorine free“ und besagt, dass das Papier ohne jegliche Chlorverbindungen gebleicht wurde. Stattdessen werden beim Bleichverfahren nur Sauerstoff und andere, unbedenkliche Mittel verwendet. Damit sinkt auch die Belastung für die Umwelt erheblich.
  • Das Siegel Nachhaltige Forstwirtschaft bekommt Papier, wenn der verarbeitete Zellstoff ausschließlich aus kontrolliertem Anbau stammt. Gleichzeitig muss eine umweltfreundliche und sozialverträgliche Fertigung gewährleistet sein.
  • Eigentlich ist es nicht ganz richtig, wenn ein Papier als holzfrei gekennzeichnet ist. Stattdessen müsste es heißen, dass das Papier kein Lignin enthält. Lignin ist eine Art natürlicher Klebstoff, der die Zellulose-Fasern zusammenhält. Allerdings ist der Pflanzenstoff gleichzeitig der Grund dafür, dass Papier bei Lichteinstrahlung vergilbt. Aus diesem Grund wird das Lignin bei der Papierherstellung herausgelöst. Im Ergebnis hat das Papier einen höheren Weißegrad und vergilbt nicht so schnell.
  • Das internationale Zertifizierungssystem PEFC fördert den nachhaltigen Schutz von Wäldern. Das Siegel wird vergeben, wenn der Zellstoff für das Papier aus Wäldern stammt, die unter Einhaltung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards bewirtschaftet werden.
  • Die Euro-Blume zeichnet Papiere aus, die umwelt- und gesundheitsverträglicher sind als vergleichbare Produkte. Die Vergabe des Siegels setzt voraus, dass das Papier in seinem gesamten Kreislauf von der Herstellung bis zur Entsorgung verschiedene Umweltschutz-Kriterien erfüllt. Gleichzeitig darf das Papier keine giftigen Inhaltsstoffe und Chemikalien enthalten.
  • Der Nordic Swan ist ein Umweltsiegel aus Skandinavien. Er wird für Papier und andere Produkte vergeben, die besonders ökologisch und mit geringem Verbrauch von Energie hergestellt sind.

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